Wo die Wünsche der Senioren Vorrang haben

Artikel Main Post vom 26.07.2010

Das Haus Waldenfels feierte 40. Geburtstag

Von unserem Redaktionsmitglied
MICHAEL MAHR

BAD BRÜCKENAU „Erfüllt von dem Gedanken und der Sorge um das Wohl der alten Leute" fasste der Kreistag des Landkreises Brückenau den Beschluss, auf dem Gelände der Rainmühle in Bad Brückenau ein Seniorenheim zu bauen. So heißt es in der Urkunde, die in den Sockel des Hauses eingemauert wurde. Seit 40 Jahren bietet die „Haus Waldenfels" genannte Einrichtung Bewohnern ein Zuhause. Das Konzept habe sich bewährt, so Landrat Thomas Bold.
Das schaffen nicht die toten Steine des Gebäudes, sondern die lebendigen, die Mitarbeiter, die darin wirken, stellte Marco Schäfer fest, der Leiter der Carl-von-Hess-Stiftung, in der der Landkreis Bad Kissingen seine sozialen Einrichtungen - darunter das Haus Waldenfels - zusammengefasst hat. 64 Mitarbeiter hat das Seniorenheim. Sie sind in der Pflege tätig, in Küche, Verwaltung, Hauswirtschaft und Haustechnik. Zu Altenpflegern gesellen sich Vorpraktikanten, derzeit fünf Auszubildende, Zivildienstleistende, Pflegehelfer, Betreuungsassistenten, Köche, Hauswirtschafterinnen, Küchenhilfen und Verwaltungsangestellte. Es kommen Reinigungs- und Wäschereipersonal ins Haus, Therapeuten, Ärzte, Apotheker und viele ehrenamtlich Engagierte.

Aus Detter, Wildflecken und vielen anderen Orten des Altlandkreises oder von jenseits des „hessischen Gartenzauns", so Anni Misch, kommen die Bewohner des Seniorenheims, das 88 Plätze hat. Viele kennen sich bereits, was das Zusammenleben befruchtet, so Anni Misch.

40j_1Die ehemalige Rainmühle von Bad Brückenau: An ihrer Stelle steht seit 40 Jahren das Seniorenheim Haus Waldenfels. FOTO: HAUS WALDENFELS
40j_2Da geht's hinein: Die Hinweistafel zum Seniorenheim Haus Waldenfels an der Zufahrt von der Ernst-Putz-Straße zwischen der Stadt Bad Brückenau und dem Stadtteil Staatsbad. 40j_3Freude über den 40. Geburtstag: Landrat Thomas Bold, Marco Schäfer, Leiter der Carl-von-Hess-Stiftung des Kreises, Heimleiterin Anni Misch, Bürgermeister Thomas Ullmann und Manfred Körber
40j_4Jubiläum: Die Flötengruppe Andantino spielt seit 25 Jahren im Seniorenheim Haus Waldenfels in Bad Brückenau.
Viele Bewohner seien noch sehr kommunikativ und gestalten, etwa über den fünfköpfigen Heimbeirat, das Leben im Haus Waldenfels mit. Das verlangt den Mitarbeitern manches ab, doch die Zufriedenheit der Senioren geht Leiterin Misch über alles. „Wir erfüllen auch hirnrissige Wünsche, wenn die Bewohner sie haben." Manche Bewohner haben ihre Zimmer komplett nach eigenen Vorstellungen und mit eigenen Möbel eingerichtet. Seit zwölf Jahren können sie ihre Mahlzeiten aus der vom preisgekrönten Küchenchef Manfred Gros vorbereiteten Karte selbst zusammenstellen.
Wenn sich sogar die als besonders kritisch geltenden Brückenauer ins Haus Waldenfels begeben, „ist das die höchste Anerkennung", stellte Bürgermeister Thomas Ullmann fest. Bei seinen Besuchen habe er in mehr als zehn Jahren nie jemanden getroffen, der unzufrieden gewesen sein.
Obwohl der Gebäudezustand nicht der modernste sei, sei das Haus in der Region offenbar am meisten nachgefragt, zitierte Stiftungsleiter Schäfer aus einer Standortanalyse.

Das sei offenbar das Verdienst von Heimleiterin Anni Misch, so die Untersuchung. Bei Befragungen hätten die Bewohner ein positives Bild der Einrichtung gezeichnet. Dass diese Analyse von einem Mitbewerber kommt, registrierte Schäfer stolz.
Anni Mischs Name sei wohl unzertrennlich mit dem Haus Waldenfels verbunden, so Schäfer. Seit 18 Jahren leitet sie das Seniorenheim. Sie begann in schweren Gewässern, führte das Heim aber nach kurzer Zeit zur Wirtschaftlichkeit, sagte er. Eine soziale Einrichtung mit schwarzen Zahlen zu führen sei eine besondere Leistung, urteilte so Bürgermeister Ullmann.
Unter Mischs Führung habe das Haus seinen guten Ruf erarbeitet, der auch in Zukunft erhalten bleiben soll, so Marco Schäfer. Er wünscht sich, dass die Bemühungen um die Zufriedenheit der Bewohner im Haus so fortgeführt werden wie bisher. Das Erfolgsprojekt Haus Waldenfels soll weiterleben, sagte Schäfer.
Wir arbeiten gern hier, sagte Volker Behnke aus Zeitlofs im Namen aller im Haus Waldenfels tätigen Ärzte. Diakonin Cornelia Dennerlein dankte im Namen der beiden Kirchen, dass im Haus Waldenfels die Türen für alle möglichen Leute jederzeit offenstehen, nicht nur für die Seelsorger. Und sie dankte den Bewohnern, dass sie diese Besucher so gut aufnehmen.

Benannt nach einer Anlage

Anfang März 1965 hatte der Kreistag des Landkreises Brückenau beschlossen, ein Altenheim mit 80 Betten zubauen. Als Baukosten wurden 1,8 Millionen Mark veranschlagt. Das wären heute 920 000 Euro. Der Stadtrat von Brückenau stellte dem Kreis das 6000 Quadratmeter große Gelände der Rainmühle zur Verfügung. Die Papiermühle wurde nach Balthasar Dunkel, einem Besitzer, auch Balthasarsmühle genannt. Die Fachwerkmühle wurde „warm abgerissen". Das Gebäude wurde in Brand gesteckt und eingeäschert.
Mit dem Denkmalschutz hatte man es damals noch nicht so, stellte Landrat Thomas Bold fest. Nach mehr als vier Jahren wurde im Mai 1969 Richtfest gefeiert. Auf der damals eingemauerten Urkunde war bereits von gut 2,6 Millionen Mark Baukosten die Rede - heute 1,34 Millionen Euro. „Das kennt man öfter", kommentierte Bold die Kostensteigerung. Danach dauerte es weitere eineinhalb Jahre, bis der Innenausbau des Seniorenheims fertig war. Im November 1970 zogen die ersten Bewohner ein. Das Seniorenheim wurde nach der Waldenfelsanlage zwischen der Stadt Brückenau und dem Staatsbad benannt, die hier begann. Sie war 1890/91 gebaut worden und nach Alfred von Waldenfels (1845-1910) benannt worden. Der Staatsbeamte war im Juli 1890 zum Bezirksamtmann in Brückenau ernannt worden. Als solcher erfüllte er die Aufgaben, die heute der gewählte Landrat übernimmt. Eine der ersten Taten von Waldenfels, der 18 Jahre in Brückenau blieb, war der Aufruf zur Gründung eines Verschönerungsvereins, dessen Vorsitz er übernahm. Auf den Verein geht die Anlage zwischen Stadt und Staatsbad zurück.

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